24.03.26 –
Mit dem im Stadtentwicklungsausschuss beschlossenen Bebauungsplanentwurf zeigen die Mitglieder der Stadtratsfraktion der CDU nun endgültig deutlich, dass es ihnen nie ernsthaft um den Erhalt des Gabelhorstwaldes ging. Während zuvor noch betont wurde, man würde die Auswirkungen auf den Wald auf das Nötigste beschränken, aber das Parkhaus müsste ja irgendwo hin, so zeigt der Bebauungsplan nun ein anderes Bild: es bleibt kaum ein Baum erhalten, wenn fast der gesamte Wald überbaut werden darf. Eine Kita und ein medizinisches Zentrum sind im Verkehrskonzept bereits angedacht. Und für das Parkhaus mit 550 Stellplätzen ist jetzt schon in Planung 3,1 ha Wald zu opfern.
Weiterhin soll eine Allee mit 25 Bäumen für die neuen Zufahrten zum Klinikum weichen. Alleen stehen nach dem Bundesnaturschutzgesetz unter Schutz. Und der Alleenschutz soll über ein separates Verfahren über die Untere Naturschutzbehörde, dem Kreis-Naturschutzbeirat, aufgehoben werden.
Obwohl insgesamt rund 900 Seiten Untersuchungsunterlagen, Berichte und Stellungnahmen der verschiedensten beteiligten Behörden berücksichtigt werden müssen, wurde den Ausschussmitgliedern eine Vertagung der Entscheidung, um diese Masse an Daten auswerten und in den Fraktionen beraten zu können per Mehrheitsbeschluss der CDU verwehrt. So werden Diskussionen unterdrückt, um Fakten zu schaffen.
Dabei ist auf den angrenzenden Feldern genug Platz, wenn man denn wollte. Doch statt womöglich teurer Grundstücksverhandlungen opfert man lieber das Waldstück, dessen ökologischer Wert sich leider nicht so gut in Geld messen lässt.
Eine auf vier voneinander getrennten Teilflächen verteilte Ausgleichspflanzung kann kein 200 Jahre altes, zusammenhängendes Waldstück ersetzen. Bis diese neuen Bäume so alt sind, sofern sie denn anwachsen, steht wahrscheinlich das Parkhaus, dem der Gabelhorstwald nun zum Opfer fällt, selbst nicht mehr.
Der Wald ist nicht nur ein wertvolles Ökosystem, sondern auch für die Stadt von großer Bedeutung. Er kühlt im Sommer die Umgebung, dämpft den Lärm der angrenzenden B239, ist Wasserspeicher und Lufterfrischer zugleich.
Deshalb setzen wir uns als grüne Ratsfraktion weiter entschieden für den Erhalt des Waldes ein und fordern, einen alternativen Standort für Parkhaus, Kita und medizinisches Zentrum zu finden. Das mag die Bauplanung um Monate oder wenige Jahre verzögern, aber ein abgeholzter Wald ist auch in 50 oder 100 Jahren noch nicht vollwertig ersetzt. Solange die Bäume noch stehen, ist es nicht zu spät.
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