BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Espelkamp

Jetzt erst recht!

23.09.26 – von Hans Wessel –

 

In unserer Stadt scheint die Angst umzugehen. Die Angst vor bunten Farben. Die Aufbaugemeinschaft Espelkamp hatte im Juni anlässlich des Pride-Months eine Regenbogenfahne gehisst. Als Zeichen für Toleranz und Akzeptanz. Damit jeder sich bei ihnen willkommen und sicher fühlen kann. Das scheint einige Unbekannte aber so zu erschüttern, dass sie wiederholt die Fahne gestohlen, die Fahnenmasten umgelegt und mit dem Schriftzug “Kein Queer” an der Fassade der Aufbaugemeinschaft klar gemacht haben, wovor sie sich so sehr fürchten, dass sie sogar Diebstahl und Vandalismus begehen.

In der Nacht zum 19.9.2026 wurde nun auch das große Transparent mit der Aufschrift “Ein buntes Espelkamp für uns alle”, das die Aufbaugemeinschaft an der Gerhard-Wetzel-Straße aufgehängt hatte, gestohlen. 

Es reicht! Gewalt an Dingen führt zu Gewalt an Menschen. Und bevor es so weit kommt, muss die Espelkamper Zivilgesellschaft zeigen, dass für Ausgrenzung und Hass hier kein Platz ist. Keine Toleranz der Intoleranz! Wir zeigen uns solidarisch mit der Aufbaugemeinschaft, allen queeren Gruppen und Minderheiten. Espelkamp ist und bleibt bunt. Als Zeichen dafür fordern wir dazu auf, Farbe zu bekennen und Farben zu zeigen. Je mehr bunte Fahnen in Espelkamp wehen, ob an Geschäften, Kitas, Schulen, Fenstern von Mietwohnungen oder Privathäusern, umso schwerer wird es für die ängstlichen Vandalen und umso eher werden sie hoffentlich gefasst. Vielleicht lässt sich jetzt ja sogar die CDU und der Bürgermeister erweichen, ein Zeichen der Solidarität zu setzen und vor dem Rathaus so lange eine Regenbogenfahne wehen zu lassen, bis 30 Tage lang mal nichts gestohlen wird. In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause wurde ein entsprechender Antrag der Fraktion SPD/Die Unabhängigen mit dem Argument “Schwarz-Rot-Gold steht doch auch für Toleranz” abgelehnt. Schwarz-Rot-Gold sind die Farben unseres Grundgesetzes, richtig und wichtig, aber in diesem konkreten Fall als Zeichen der Solidarität mit der Aufbaugemeinschaft nicht erkennbar und daher nicht ausreichend.

 

Kategorie

Ortsverband Espelkamp | Rechtsextremismus